“Inhärente Sicherheit” nicht nur eine Frage der KKWs allein! - In China gehen die Lichter aus
> Wie also kann etwas nach außen kommen, außer beim
> Atombombeneinschlag? Ich bitte um Vorschläge.
Ich kapiere schon, dass es Systeme gibt, die im labilen Gleichgewicht
betrieben werden (wie z.B. der Tschernobyl-Reaktor) und solche, die
in einem eher stabilen Gleichgewicht arbeiten, d.h. ein Abweichen von
den Arbeits-Parametern führt zum Herunterfahren, nicht zur Steigerung
der Wärmeproduktion usw.
Trotzdem ist es doch nie “nur Physik”, sondern immer “Technik”, die
grundsätzlich IMMER auch versagen kann! Wobei ich natürlich zugebe,
dass moderne Reaktoren inzwischen das stärkste Glied in der Kette
sind - nicht zuletzt dank dem Druck der KKW-Gegner! Ich möchte ja
nicht wissen, mit was für Schrottanlagen wir heute zu tun hätten,
wenn es diesen Widerstand nie gegeben hätte…
Viel kritischer ist aber weiterhin die Tatsache, dass ein KKW ja
nicht allein in der Landschaft steht und Strom produziert. Dazu
gehört der komplette Stoffkreislauf der verschiedenen Radionuklide,
der umso aufwändiger wird je langfristiger der die KKWs betrieben
werden sollen (also z.B. Wiederaufbereitung oder Entwicklung
funktionierender und wirtschaftlicher “Brutreaktoren” - beides
Techniken, wofür zur Zeit kaum noch jemand weitere Milliarden
aufwerfen will…).
Insgesamt also ein Zirkel, aus dem man eigentlich nur heraus kommt,
wenn man auf KKWs verzichtet.
Oder kurz: von “inhärenter Sicherheit” kann man nur sprechen, wenn
man sich auf bestimmte Teile moderner Reaktoren beschränkt, aber
gewiss nicht mehr, wenn man auf das Gesamtpaket namens
“Nukleartechnik” schaut, die man in der realen Welt aber nur ganz
oder garnicht haben kann!
Ausnahme: die “praktische” Zwischenlösung, dass man die “schmutzigen”
Teile des Stoffkreislaufs den Ausländern überlässt. Für die das zwar
auch nicht lukrativ ist, die aber noch immer zugunsten ihrer
Atombewaffnung sich diesen Masochismus leisten.
Oder anders gesagt: Ohne Wiederaufbereitung keine langfristige
Perspektive für KKWs. Aber Wiederaufbereitung (oder nur schon
Anreicherung) betreiben meines Wissens ausschliesslich Länder, die
auch Atomwaffen haben und herstellen. Immerhin hat es seine guten
Gründe, dass niemand dem Iran glauben will, dass er Anreicherung NUR
für zivile Zwecke betreibt - macht schliesslich auch sonst keiner!
So wahnsinnig wild kann es mit der Wirtschaftlichkeit also kaum sein
- und schon garnicht mit der Sicherheit!

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