Ich frage mich jedes mal wieder wo die kritischen Stimmen bleiben,
wenn es um das Auswerten von Statistiken geht. Besonders wenn es um
solch verfälschende Statistiken wie dem Durchschnittsalter geht, das
auch noch angeblich etwas über das tatsächliche Alter der Menschen
aussagen soll. Und dann kommen sogenannte Experten mit solch
“geistreichen” Kommentaren wie:
“Wir werden immer älter.”
“Heute leben die Menschen länger als früher”
Beides ist grober Unfug. Richtig würde es heissen.
“Wir wurden schon immer älter.”
“Heute leben die Menschen genauso lange wie früher.”
Wenn es jemanden wirklich um ernsthafte Wissenschaft geht, dann
benutzt er die tatsächliche Altersverteilung und schaut sich ebenso
geschichtliche, gesellschaftliche und medizinische Hintergründe
genauer an. Aber sowas ist wohl heutzutage zu viel verlangt. Aber
kommen wir noch einmal auf das Durchschnittsalter zurück, was ständig
genutzt wird um falsche Aussagen unters Volk zu bringen. Man addiert
einfach das Alter aller Leute und teilt es durch deren Anzahl. Man
nehme also eine Oma von 90 Jahren, addiere zwei tote Säuglinge und
schon hat man ein Durchschnittsalter von 30 Jahren. Nun..geht euch
jetzt ein Licht auf? Gerade im 18. und 19. Jahrhundert wurde über
hohe Säuglingssterberaten geklagt, die durch Fehlernährung und
sicherlich auch durch schlechtere Hygienebedingungen entstanden sind.
Hier etwas zum wichtigen Thema der Ernährung:
http://www.lpb.bwue.de/aktuell/bis/4_02/saeugling.htm
“in Deutschland hat sie sich seit 1870 mehr als verdoppelt. Das ist
vor allem dem Fortschritt der Medizin zu verdanken.”
Wer sich die Geschichte anschaut, weiß dass dies wenig (wenn
überhaupt) mit dem angeblichen Fortschritt der Medizin zu tun hat,
sondern durch Umdenken im Bereich der Ernährung und Hygiene. Vorher
gab es eine sehr hohe Säuglingssterblichkeit welche wie schon oben
erwähnt dazu beigetragen hat, die Statistik massiv zu verfälschen.
Die Autorin hat hier schlichtweg versagt und trägt dazu bei, dass
weiterhin irgendwelche Mythen ins Volk getragen werden.
Aber da wir gerade bei dem Fortschritt der Medizin sind, der überall
gepredigt wird. Nun frage ich mich..wenn die Medizin so
fortschrittlich ist, warum haben wir dann jedes Jahr steigende
Kranken- und Sterbezahlen? Warum nehmen die typischen
Zivilisationskrankheiten ständig zu? Warum sterben weltweit immer
mehr Menschen an Krebs? Und warum haben einige auch noch die
Dreistigkeit zu behaupten, dass es nicht so wäre und die
Krebsbekämpfung vorschreitet?
Wer sich die Krankenzahlen und Sterberaten anschauen möchte, kann
sich unter http://www.gbe-bund.de in der Stichwortsuche (zum Beispiel
durch den Begriff “Neubildungen”) die Kranken- und Sterbedaten von
den 80er Jahren bis heute anzeigen lassen..für Deutschland und andere
Länder der Welt. Aber seid versichert, dass euch das Ergebnis ganz
und garnicht gefallen wird. Durchgängig Verschlechterungen in allen
Bereichen…besonders wenn man sich die absoluten Sterbezahlen
ansieht..einfach nur katastrophal.
Beispiel Krebs:
Hier wird gerne behauptet, dass es Verbesserungen gibt. Als Beispiel
nimmt man die nichts-aussagende 5-Jahres-Überlebenschance. Das
einzige was verbessert wurde ist die Früherkennung von Krebs…und
wenn man es früher erkennt, hat man für die 5-Jahres-Überlebenschance
etwas Zeit gewonnen. Sterben werden die Patienten trotzdem. Lustig,
nicht wahr? Hier werden die Leute gezielt in die Irre geführt. Schaut
euch die Kranken- und Sterbezahlen an…dann seht ihr das richtige
Dilemma.
Zurück zum Alter der Menschen. Fakt ist: Menschen waren früher alt,
Menschen werden heute alt und werden auch in Zukunft alt werden.
Und wer alt werden will, wird nicht drum herum kommen sich mit dem
Thema Ernährung ernsthaft auseinander zu setzen.