re - Rente mit 73
> 1. die Demographieentwicklung ist unabstreitbar, schrieben sie. Ich
> würde mir schon einmal ein paar Gedanken machen. Zu meinen, man kann
> den Geschichtsverlauf messen, ist doch Aberglaube oder schlicht und
> einfach unreflektierte Pseudo-Wissenschaftsgläubigkeit.
Es geht wohl weniger um eine allgemeinbetrachtliche Messung und
deuterische Ableitung als vielmehr um die Begutachtung recht objektiv
beurteilbarer Zahlen. Und diese Zahlen belegen eine Veränderung der
demografischen Struktur für den Zeitraum 1955 bis 2005. Weiterhin
läßt sich anahnd ihrer die demografische Struktur i.B.a. die
Arbeitswelt der kommenden 25 Jahre recht einfach voraussagen, denn
die Kinder, die dann ins Arbeitsleben eintreten, müssen wohl oder
übel schon überwiegend geboren sein. Der Zeitraum danach ist
Spekulation, aber eine fundierte und es muss sich wohl eher derjenige
unreflektierte Betrachtung vorwerfen lassen, der diese Prognose
allein durch allgemenplätze anzweifelt. Zu guter letzt ist dieses
Zahlenmaterial vor allem deshalb relevant, weil anhand seiner die
Staatshaushalte der Vergangenheit geplant wurden und es aktuell noch
werden.
Unabhängig davon ist die Interpretation des Materials, und ich dachte
eigentlich , hier wäre meine Aussage eindeutig: selbst wenn es so
“schlimm” kommt wie berfüchtet, haben wir noch Zeit gegenzusteueren.
Immerhin verändert sich die Basis, auf der die bisherige Kalkulation
des Rentensystems steht, rapide, und es wäre ziemlich gutgläubig,
hoffte man, sie würde unverändert weiter tragen. Wer das glaubt,
sollte lieber Sportwetten abschliessen. Das heißt nicht, dass wir
einen neoliberalen Reformsturm auslösen müssen, sondern lediglich,
dass etwas getan werden muss.
> herausgraben zu können oder nicht. Das meist an dieser
> Demographiediskussion bleibt unreflektiert und zeugt von einem naiven
> Geschichtsverständnis, von einem solchen, in dem Geschichte ein
> Objekt wie ein Stein ist, das eine innere Strukur hat, die der
> eifrige Wissenschaftler herausbefördert und dann ein Häkchen auf der
> Fortschrittsskala macht. Das wissen wir jetzt, frisch, fröhlich
> weiter zum nächsten Wunder der Welt.
Es geht nicht um ein abstraktes Geschichtsverständnis, sondern um
konkretes Zahlenmaterial. Der link, den ich gepostet habe,
relativiert viele damit verbundene Mythen, aber auch die Authoren
dieses Artikels gehen davon aus, dass man mit der Devise “Däumchen
drehen” schlecht beraten ist.
> 2. Arbeitslose als Sieger.
Ich wählte bewußt den Begriff “Gewinner” und stellte ihn relativ vor
seinen historischn Hintergrund, nämlich der rechtlichen Situation der
Arbeitslosen von vor 45 Jahren. Was soll also diese Umdichtung zum
“Sieger”? Besser gestellt als damals heisst nicht gut gestellt,
sondern eben besser. Und das zu Recht.
> Das ist Zynismus und tendenziell
> gewaltfördernd, weil unverschuldetes Leid (gilt nicht für die kleine
> Welt der Neoklassiker, für die ist alles selbstverschuldet) nicht
> anerkannt wird.
Bei allem Respekt, aber Du bist was die Interpretation meiner Aussage
angeht, völlig auf dem Holzweg. Ich hoffe unabsichtlich.

If you want edit me? just go to your profile than add description text as many you like. ^_*